Alpiq erleidet 2025 Gewinneinbruch nach ungeplanter Abschaltung des Atomkraftwerks Gösgen – Wachstum durch FlexibilitätsstrategieLausanne – Die Schweizer Energiegesellschaft Alpiq hat im Geschäftsjahr 2025 infolge der ungeplanten Stilllegung des Kernkraftwerk Gösgen (KKG) einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet. Das bereinigte Ergebnis auf Basis EBITDA sank auf 572 Mio. CHF (2024: 962 Mio. CHF). Dennoch verweist das Unternehmen auf eine robuste Finanzbasis und sieht sich strategisch strategisch gut aufgestellt.
Alpiq sah sich 2025 mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Diese reichten von der ungeplanten und verlängerten Abschaltung des Kernkraftwerks Gösgen (seit 24.05.2025) über deutlich geringere Wasserzuflüsse nach dem Rekordjahr 2024 bis hin zu geplanten Revisionen von Gaskraftwerken. Gleichwohl setzte das Unternehmen seine Flexibilisierungsstrategie konsequent fort und erwartet für 2026 – trotz anhaltender Ausfallbelastungen durch das AKW Gösgen – eine solide Ertragsbasis.
Marktumfeld, Kennzahlen, operative Entwicklung 2025
Das Marktumfeld blieb 2025 anspruchsvoll. Geopolitische Spannungen, regulatorische Anpassungen, volatile Energiepreise sowie wetterbedingte Effekte prägten die Entwicklung. Gleichzeitig verschob sich der europäische Strommix weiter zugunsten erneuerbarer Energien.
Das bereinigte EBITDA belief sich auf 572 Mio. CHF (2024: 962 Mio. CHF). Der operative Cashflow sank auf 490 Mio. CHF (2024: 1.031 Mio. CHF). Der IFRS-Nettogewinn lag bei 197 Mio. CHF (2024: 606 Mio. CHF). Die Nettoliquidität erhöhte sich um 130 Mio. CHF auf 558 Mio. CHF, die Eigenkapitalquote betrug 61 Prozent.
Belastend wirkten neben dem Produktionsausfall in Gösgen (–149 Mio. CHF) außerordentliche Effekte aus der Bewertung von Rückbau- und Entsorgungsfonds sowie Fair-Value-Effekte aus Energiederivaten. Diese reduzierten das IFRS-EBITDA auf 433 Mio. CHF.
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Die Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette fiel 2025 unterschiedlich aus. Im Bereich Assets (inklusive Asset Trading) erwirtschaftete Alpiq ein bereinigtes EBITDA von 662 Mio. CHF (2024: 972 Mio. CHF) und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Hauptursachen waren der ungeplante Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen, geringere Wasserzuflüsse sowie planmäßige Revisionen von Kraftwerken.
Der Geschäftsbereich Trading verzeichnete mit einem bereinigten EBITDA von –35 Mio. CHF (2024: 64 Mio. CHF) erstmals ein negatives Jahresergebnis. Belastend wirkten insbesondere schwache Entwicklungen an den Gas-, Strom- und Emissionsmärkten.
Im Segment Origination erzielte das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 41 Mio. CHF (2024: 126 Mio. CHF). Damit blieb der Bereich deutlich unter dem außergewöhnlich starken Vorjahr, profitierte jedoch weiterhin von strukturierten Energielösungen und langfristigen Kundenverträgen.
Trotz des insgesamt rückläufigen Ergebnisses betont Alpiq ihre stabile Finanzposition. Die Liquidität erhöhte sich auf 1.749 Mio. CHF (2024: 1.678 Mio. CHF). Zudem platzierte das Unternehmen 2025 erfolgreich eine zehnjährige Anleihe über 150 Mio. CHF.
Ausblick 2026 mit Flexibilitätsstrategie als Wachstumstreiber
Für 2026 startet Alpiq mit einer soliden Ertragsprognose, da ein Großteil der Energiepositionen bereits abgesichert ist. Gleichzeitig dürfte sich der weitere Produktionsausfall des Kernkraftwerks Gösgen negativ auf das Jahresergebnis auswirken.
Strategisch setzt das Unternehmen konsequent auf den Ausbau flexibler Anlagen. 2025 nahm Alpiq eine 30-MW/36-MWh-Batteriespeicheranlage in Finnland in Betrieb und trieb weitere Speicher- und Flexibilitätsprojekte in mehreren europäischen Ländern voran. In der Schweiz wurden Wasserkraftanlagen modernisiert, zudem investiert das Unternehmen in flexible Kraftwerkslösungen zur Stabilisierung der Stromnetze.
In den kommenden Jahren plant Alpiq, die Investitionen in flexible Anlagen auf bis zu 1 Milliarde CHF pro Jahr zu steigern. Mit dieser Flexibilitätsstrategie will das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach steuerbarer, emissionsarmer Stromerzeugung profitieren und seine Marktposition in Europa weiter ausbauen.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026
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