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Meldung
15.05.2023, 13:36 Uhr

Neues Testfeld für Solartechnologien beschleunigt und verbessert Vermessung von PV-Technik

Freiburg - Am vergangenen Freitag wurde in Freiburg das Testfeld des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) eröffnet. Die neue Infrastruktur soll dazu beitragen, technische Analysen von PV-Modulen künftig schneller als bislang durchführen zu können und diese zudem zuverlässiger zu machen.

Um Photovoltaik-Module, integrierte PV-Systeme, solarthermische Kollektoren, Wechselrichter und weitere Solartechnologien auf Herz und Nieren zu prüfen, vermessen Forschende diese meist im Labor. Zusätzlich finden Langzeittests unter realen Wetterbedingungen und über mehrere Jahre hinweg statt. Mit dem neuen Testfeld für Solartechnologien auf dem Labor- und Freilandmessungen kombiniert werden können, möchte das Fraunhofer ISE künftig die technische Analyse von PV Modulen optimieren.

Neues Testfeld ergänzt Standorte auf Gran Canaria und in Israel
Über ein neues drei Hektar großes Testfeld am Rande von Merdingen bei Freiburg wollen die Wissenschaftler am Fraunhofer-ISE künftig Ergebnisse aus Labor- und Freiland-Testansätzen von PV-Anwendungen kombinieren. Insbesondere für PV-Module gilt, dass die Forschenden diese schneller und exakter bewerten können, wenn sie Labormessungen mit Analysen auf dem Testfeld kombinieren und vergleichen.

Der neue Standort ergänzt Testfelder des Fraunhofer ISE auf Gran Canaria und in der Wüste Negev in Israel. So können Prototypen und innovative Produkte auch in anderen Klimazonen mit extremen Temperaturschwankungen und salzhaltiger Luft getestet werden.

„Für PV-Module bedeutet das, dass wir Analyseergebnisse aus maritimen, aridem und unserem gemäßigten mitteleuropäischen Klima mit Messungen aus unseren akkreditierten Indoor-TestLabs abgleichen können“, so Dr. Christian Reise, Projektleiter des Testfelds in Merdingen mit Blick auf die neue Testinfrastruktur. In Kombination mit Simulationen, die auf solaren Einstrahlungsdaten basieren, können PV-Module so deutlich schneller charakterisiert werden, als es bisher nach einem Jahr Freiland-Messung der Fall war.

Entwickelt werden die kombinierten Verfahren zur Minimierung modulbedingter Ertragsrisiken für künftige PV-Kraftwerke sowie frühzeitiger Identifikation von modultechnologischen und designspezifischen Degradationsrisiken maßgeblich im Projekt „MiMoRisk“ unter Leitung des Fraunhofer ISE. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Forschungsvorhaben. „Die Analysen aus unserem gemeinsamen Forschungsprojekt helfen der PV-Industrie, insbesondere den Modulherstellern und Projektierern großer Freiflächenanlagen. Sie liefern auch für Versicherer wertvolle Einsichten für die Einschätzung der Risiken“, so Simone Steinbach, Teil des Green Tech Solutions Teams von Munich RE, auf einem Workshop am Tag vor der Eröffnung des neuen Testfeldes.

Untersuchung von PV-Lärmschutzwänden und Agri-PV-Systemen im Fokus
Ein Teil des Testfelds wird für die Untersuchung integrierter PV-Technologien genutzt. Aktuell werden im Rahmen des Projektes „PV Wins“ unterschiedliche Ausführungen einer PV-Lärmschutzwand auf dem Gelände errichtet, um den Stromertrag und die Lärmschutz-Funktion zu überprüfen. Der Teststand soll nach Projektende weiter für Messungen verschiedener Lärmschutzwand-Konzepte mit Photovoltaikelementen zur Verfügung stehen. So können Bauvorhaben in kleinerem Maßstab geprüft werden, bevor eine finale Variante an der Straße skaliert gebaut wird.

Auf einer anderen Teilfläche soll in Kürze unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF der Bau verschiedener, in der Höhe verstellbarer Agri-PV-Systeme beginnen. Im Rahmend des Projektes „VAckerPower“ werden Wissenschaftler auf dem Testfeld untersuchen, inwieweit sich hoch aufgeständerte und bodennahe, vertikale Agri-PV-Anlagen sowie unterschiedliche PV-Module für den Ackerbau eignen. Ebenfalls im Bereich der Agri-Photovoltaik wird ein Forschungsteam des Fraunhofer ISE im Projekt „DeepTrack“ gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, das Potenzial nachgeführter PV-Module mit einer statischen Referenzanlage vergleichen, deren Nachführwinkel KI-unterstützt gleichzeitig auf Stromertrag, Pflanzenwachstum und Anlagenschutz optimiert wird.


Quelle: IWR Online
© IWR, 2023


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